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Doktor Tuna
Mythen & Fakten

Macht Bleaching den Schmelz dünner? Fünf Irrtümer, die wir am häufigsten hören

Die fünf Aussagen zum Zahnbleaching, die uns von Patientinnen und Patienten am häufigsten begegnen — und was fachlich wirklich dahintersteckt.

Autor: Dt. Şahabettin TunaVeröffentlicht: 2 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Aussage: „Bleaching macht den Schmelz dünner"
  2. Aussage: „Ein Drogerieprodukt bringt mir dasselbe Ergebnis"
  3. Aussage: „Meine Füllungen und Kronen hellen mit auf"
  4. Aussage: „Es wirkt bei allen gleich"
  5. Aussage: „Einmal gemacht, hält es für immer"

Kaum eine zahnärztliche Behandlung ist von so vielen Halbwahrheiten umgeben wie das Bleaching. Hier die fünf Aussagen, die wir in der Praxis am häufigsten hören, und was fachlich dahintersteckt.

Aussage: „Bleaching macht den Schmelz dünner"

Stimmt nicht. Der Wirkstoff im Bleaching-Gel — Wasserstoff- oder Carbamidperoxid — schleift den Schmelz nicht ab und macht ihn nicht dünner; er spaltet chemisch die Farbpigmente auf, die sich in Schmelz und Dentin eingelagert haben. Die Dicke der Zahnhartsubstanz bleibt unverändert, nur die Farbe hellt sich auf.

Abrieb verursacht dagegen der langfristige Gebrauch abrasiver „Whitening"-Zahnpasten. Diese hellen die Farbe mechanisch auf, indem sie die Oberfläche physisch abschleifen, nicht chemisch — und sind nicht mit professionellem Bleaching zu verwechseln.

Aussage: „Ein Drogerieprodukt bringt mir dasselbe Ergebnis"

Nicht wirklich. Frei verkäufliche Produkte enthalten eine geringere Wirkstoffkonzentration, und vor allem: Niemand hat vorher den Zustand Ihres Mundes beurteilt. Gel, das über eine offene Kavität läuft, kann den Nerv erreichen; unbeaufsichtigte Anwendung kann das Zahnfleisch chemisch verätzen; nicht individuell angepasste Schienen können auf die Schleimhaut überlaufen und sie reizen.

Bei vielen Patienten stammt die vermeintliche Verfärbung ohnehin überwiegend von Zahnstein und Auflagerungen — nach einer professionellen Reinigung kann sich das Bleaching als überflüssig erweisen.

Aussage: „Meine Füllungen und Kronen hellen mit auf"

Tun sie nicht. Kompositfüllungen, Keramikkronen und Veneers reagieren nicht auf Bleaching-Gel, da ihre Struktur sich vom natürlichen Zahnschmelz unterscheidet. Bei Restaurationen im sichtbaren Frontzahnbereich kann danach ein Farbunterschied zwischen natürlichen Zähnen und Restauration entstehen, der unter Umständen einen Austausch nötig macht. Das vorab zu besprechen erspart eine unangenehme Überraschung.

Aussage: „Es wirkt bei allen gleich"

Nein. Bei Verfärbungen durch Tee, Kaffee, Rauchen und altersbedingter Nachdunklung ist das Ergebnis meist gut. Bei Tetrazyklinverfärbungen, Fluorose und einem einzelnen dunklen Zahn nach einem Unfall kann die Wirkung begrenzt sein oder ein anderes Verfahren nötig werden. Ausgangsfarbe, Dentinstärke und die Transluzenz des Schmelzes sind individuell verschieden — deshalb kann niemand vorab eine feste Anzahl von Aufhellungsstufen versprechen.

Aussage: „Einmal gemacht, hält es für immer"

Nein. Färbende Lebensmittel, Getränke und schlicht die Zeit führen die Farbe allmählich zum Ausgangston zurück. Meist ist alle ein bis zwei Jahre eine Auffrischung nötig; wer seine Schienen aufbewahrt, macht daraus eine kurze, einfache Anwendung.


Kurz gesagt: Bleaching ist bei Personen, die nach zahnärztlicher Untersuchung dafür geeignet sind, sicher und im Ergebnis gut vorhersagbar. Die Entscheidung berücksichtigt zuerst die allgemeine Gesundheit des Mundes und erst danach die Zahnfarbe.

Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine zahnärztliche Untersuchung. Die Behandlungsentscheidung erfolgt nach Untersuchung und Röntgenbefund.

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